Batterie auspacken – Überraschung Nummer 1

Am Nachmittag hörte der Regen auf und ich machte mich daran, zumindest die Papp-Verpackung zu entfernen und das Batteriepack besser gegen den Regen zu schützen.

Überraschung Nummer 1: Das Pack wurde nicht in der VW Batteriepack-Fertigung in Braunschweig gebaut, sondern in Österreich. Und in Österreich baut gerade das Unternehmen Kreisel Electric eine Batteriepack-Fabrik auf, in der ab März 2017 Packs mit einer Gesamtkapazität von 800.000kWh pro Jahr gefertigt werden sollen. Das wäre ausreichend für knapp 81.000 Passat GTE Packs. Da Kreisel keine eigenen Autos baut, sondern sich als Zulieferer für die Industrie versteht, ist die Frage, für wen man 800.000kWh pro Jahr fertigen will. Baut man vielleicht schon jetzt für VW Batteriepacks zusammen?

Aufkleber Made in Austria

Das Batteriepack des VW Passat GTE kommt aus Österreich und nicht der Batteriepack-Fabrik Braunschweig

 

Weiter kam ich mit dem Auspacken bis jetzt nicht. 🙂

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Batterie kam an

Am Donnerstag bei eBay gekauft, am Montag verschickt und Donnerstag Vormittag ist der DB Schenker LKW mit der Palette auch schon da. Ohne vorherige telefonische Ankündigung zwar, aber dafür unerwartet schnell für einen Palettenversand von den Niederlanden nach Deutschland.

Natürlich kam die Batterie am ersten Regentag seit mehr als einer Woche. Sie wird jetzt erst einmal bis zum Wochenende im Garten liegen bleiben müssen.

Laut Frachtbrief wiegt das gute Stück samt Palette und Karton 100kg.

SMA Batterie-Ladegerät scheidet aus

Die Idee, Ladegerät für die Batterien und Wechselrichter aus einer Hand zu kaufen, ist gar nicht so einfach umzusetzen. Zwar bietet SMA ein breites Portfolio an Wechselrichtern und auch ein Ladegerät für PV-Stromspeicher an, das direkt mit dem Photovoltaik-Strom gespeist werden kann. Doch das ist nur für Blei-Batterien gedacht. Wer Lithium-Ionen laden will, muss bei SMA wohl auch gleich den Speicher mit kaufen.

Von Victron gibt es ein Gerät namens EasySolar, das Wechselrichter und Ladegerät vereint. Das Ladegerät speist sich dabei auch aus dem Gleichstrom der Photovoltaik-Anlage. Ist mit 1.400 Euro sogar erstaunlich günstig. Dafür ist das Gerät wieder nicht für den Außeneinsatz geeignet. Maximale nicht kondensierende Luftfeuchtigkeit 95%, nur IP21. D.h. geschützt gegen Zugang mit dem Finger und Fremdkörper ab 12,5mm sowie gegen Tropfwasser. Da müsste bei mir der Strom von den Zellen erst einmal 50m ins Haus und dann wieder 50m zurück in die Batterie fließen.

Weiterer Nachteil ist, dass das Ladegerät maximal mit 2kW lädt. Das zwar auch 2 Phasen – aber der Solarstrom kommt nur auf einer.

Dann gibt es fertige Systeme bei Faktor.de, die gleich mit einem programmierbaren Batterie Management System zusammenarbeiten. Dabei scheint es sich aber um irgendwelche chinesischen White Label Ladegeräte zu handeln. Unter dem Namen CL4Y findet sich jedenfalls als erstes der Webshop von Faktor.de. Datenblätter für die Geräte gibt es auch keine. Vermutlich benötigen die Geräte Wechselstrom. Mit weniger Verlusten behaftet wäre die ganze Sache aber, wenn sich das Ladegerät direkt aus dem Gleichstrom der Photovoltaik-Zellen speisen ließe.

Bis jetzt scheint mir das Angebot von Victron am besten zu sein.

Kauf der Batterie-Zellen

Beim Selbstbau-Stromspeicher liegt der Gewinn vor allem im Einkauf möglichst günstiger Zellen. Das Angebot an gebrauchten Zellen dürfte in den kommenden Jahren stark ansteigen – hunderttausende Plugin-Hybride und Elektroautos fahren schon herum und jeder Unfall mit Totalschaden ergibt eine Batterie mit dutzenden, hunderten oder gar tausenden Zellen, die irgendwer irgendwo verkaufen wird.

Vergleichst du die Preise für „nackte“ Batterie-Zellen mit den Preisen für fertige Speicher, wird schnell klar, dass die Zellen selbst nicht den Hauptteil der Kosten ausmachen. Ladegeräte kosten auch nur 1.000 bis 1.500 Euro. Echte Kostentreiber scheinen also Entwicklung, Zertifizierung und Vertrieb zu sein. Kosten, die auf eine sehr geringe Stückzahl umgelegt werden.

Wenn du die eigene Arbeitszeit mit 0 Euro ansetzt, werden die Zellen jedoch der größte Kostenblock beim Selbstbau-Speicher sein. Also gilt es, diesen Kostenblock so klein wie möglich zu machen.

Neue Zellen kosten nur 1/3-1/4 soviel wie ein fertiger Stromspeicher für die PV-Anlage

Der Kauf neuer Zellen schied daher für mich aus. LiFeYPO4-Zellen von Winston mit etwa 10kWh Speicherkapazität kosten 4.500 bis 5.000 Euro. Das ist schon deutlich weniger, als z.B. Sonnenbatterie für 10kWh berechnet (16.000 Euro). Doch es geht günstiger.

In Norwegen verkauft ein Unfallwagen-Verwerter hin und wieder 24kWh-Batterien vom Nissan Leaf. Inklusive Zoll, Umsatzsteuer und Transport kommt man da auch auf 4.500 Euro. Doch die jüngst angebotenen 3 Batterie-Packs waren sehr schnell ausverkauft. Also suchte ich eine Weile bei eBay.

Gebrauchte Elektroauto-Batterien kosten weniger als 1/5

Dort bot ein niederländischer Unfallwagen-Verwerter eine Batterie aus dem Passat GTE für 3.000 Euro inklusive Versand an. Angeblich neu, nur 5km gefahren. Nachweisen lässt sich das nicht, aber den Passat GTE gibt es erst ein Jahr. Viele Zyklen kann die Batterie also noch nicht hinter sich haben.

Der Passat GTE hat eine Brutto-Kapazität von 9,9kWh, von denen wohl 8,7kWh nutzbar sind. VW setzt NMC-Zellen (LiNiMnCo, Nickel-Mangan-Cobalt) von Samsung ein, die besonders sicher und zyklenfest sein sollen. Das müssen sie auch sein, damit der Plugin-Hybrid mit seiner kleinen, schwer beanspruchten Batterie auf eine lange Lebensdauer kommt. Bei maximal 50km elektrischer Reichweite wird die Batterie des GTE bei vorgesehener Nutzung täglich einen Zyklus durchmachen – bei einer geplanten durchschnittlichen Autolebensdauer von 14 Jahren also 5.000 Zyklen. Ideal also für einen Stromspeicher.

Passat_gte_batterie

Gekaufte Batterie aus dem VW Passat GTE – Foto aus dem eBay-Angebot des Verkäufers

Dazu kommt, dass die Batterie im Fahrzeug den wechselnden klimatischen Bedingungen ausgesetzt ist und entsprechend dafür ausgelegt sein muss, auch mit tiefen Temperaturen klar zu kommen.. Ich weiß aber noch nicht, ob VW die Batterie aktiv klimatisiert, wie es z.B. Tesla tut. Ich vermute, dass das nicht der Fall ist. Wäre aber auch egal, da bei geplanten 2-3kWh Lade- und Entladeleistung selbst eine auf -10°C abgekühlte Batterie keinen Schaden nehmen sollte.

Leider bietet Samsung SDI keine Datenblätter der Zellen zum Download an. Es war also mehr oder weniger ein Blindkauf. Da es aber die günstigsten sofort verfügbaren Zellen waren, wagte ich es. Das mehr als 200kg schwere Batterie-Pack soll nächste Woche ankommen.